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Technisierung der Gesellschaft

Die zunehmende Technisierung vieler Alltagstätigkeiten hat heute für mich eine irgendwie traurige Manifestation hervorgebracht:

Nachdem ich am Schalter eines Linzer Computerfachgeschäftes dem Kundenbetreuer gesagt habe, welche Grafikkarte ich kaufen möchte (exaktes Modell!), bittet er mich, zuerst am Einkaufs-Terminal gegenüber die Bestellung in ihrem Online-Shop durchzuführen. Diese wird im Computersystem an den Schalter übertragen. Nachdem die Bestellung über den Online-Shop abgeschlossen ist, muss ich mich wieder zum Schalter gebeben, dem Kundenbetreuer mitteilen, auf welchem Einkaufs-Terminal ich über ihren Online-Shop etwas gekauft habe. Dieser sieht das dann auf dem Bildschirm, und kann somit ins Lager gehen, um mir die gewünschte Grafikkarte zu bringen.

Seriously dudes, what the fuck?!

“Wir garantieren, dass ihre Daten nicht an Dritte weitergegeben werden”

Wer beim nächsten Ausfüllen eines Formulars diesen Satz in der Datenschutzerklärung liest, sollte vorsichtig sein. Sehr viel ist diese Zusicherung nämlich nicht wert, wie man beim Resteverkauf vom gekenterten Quelle-Konzern sehen kann.

Natürlich können in diesem Fall alle Betroffenen jetzt noch einen Brief schreiben, um ihre Daten löschen zu lassen, aber seien wir mal ehrlich: wenn diverse Regierungen es nicht “schaffen”,  Daten gesetzmäßig zu löschen (klick1, klick2), wieso sollte es bei Quelle so einfach sein?

Wer nichts zu verstecken hat …

Man wird von vielen belächelt und für paranoid gehalten, stellt man die Behauptung auf, im Web veröffentlichte Daten werden systematisch abgesucht, miteinander verknüpft, etc… um verschiedensten Interessen zu dienen. Würde man dann noch einfügen, dies geschehe durch Geheimdienste, würde einem wahrscheinlich  eine mehr oder minder ernst gemeinte Drohung mit der Zwangsjacke entgegnet.

Nun:

“CIA Invests In Firm That Datamines Social Networks”, Slashdot.
“Exclusive: U.S. Spies Buy Stake in Firm That Monitors Blogs, Tweets”, Wired.

Die US-Firma “Visible Technologies” beschäftigt sich mit genau solchen Sachen, und weil sie es offensichtlich so gut machen, investiert In-Q-Tel (“the investment arm of the CIA”, wie er in diesem Wired-Artikel genannt wird), gleich mal. Im Zentrum sollen natürlich ausländische User von Webseiten wie Twitter und YouTube, aber auch Blogs stehen. Auch wenn “geschlossene” Communities wie Facebook oder StudiVZ im deutschsprachigen Raum zur Zeit (noch) nicht betrachtet werden, wurde ja insbesondere an letzterem gezeigt, dass es eben doch nicht wirklich schwierig ist (Netzpolitik: Datenleck bei SchülerVZ, Netzpolitik-Interview: Sicherheit bei der VZ-Gruppe).

Im Auftrag der Firma “Hormel” werden im Übrigen Tierrechts-Aktivisten mit ebendieser Software überwacht. Etwas, was sich diverse Österreichische Politiker auch nur zu gern wünschen würden. Vielleicht käme man dann endlich auf irgendwelche belastenden Hinweise, die die monatelange U-Haft von Martin Balluch & Co rechtzufertigen.

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