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Die journalistische Rechenfähigkeit

ist manchmal der beste Beweis dafür, dass das Bildungssystem komplett saniert gehört. Titelt der Standard (als sogenannte “Qualitätszeitung”) vollmunding “Google will das Web doppelt so schnell machen”, wenn die Beschleunigung, wie in der ersten Zeile des Artikels erwähnt, “bis zu 55 Prozent” beträgt. Der Journalist hätte bei seinem Studium vielleicht als Wahlfach “Einführung in die Mathematik” belegen sollen. Die Chancen, dass er aufgrund der Verschulung des Studiums durch die Bachelor-Umstellung keine Möglichkeit dazu gehabt hat, sehen eher mager aus.

Ein weiteres nettes Beispiel liefert der Regierungsfunk ORF, auf deren Homepage man zu den aktuellen Studentenprotesten folgendes lesen kann:

Die Österreicher sind in der Frage, ob die Studentenproteste gerechtfertigt sind, gespalten: Der Anteil der Befürworter (44 Prozent) und der Gegner (36 Prozent) ist in etwa gleich hoch.

36 Prozent ist also in etwa so viel wie 44 Prozent. Ich freue mich auf die nächste Wahlberichtserstattung, bei der drei wohl Parteien “etwa gleich viel” Stimmen bekommen werden.

Wie auch immer.

Wer nichts zu verstecken hat …

Man wird von vielen belächelt und für paranoid gehalten, stellt man die Behauptung auf, im Web veröffentlichte Daten werden systematisch abgesucht, miteinander verknüpft, etc… um verschiedensten Interessen zu dienen. Würde man dann noch einfügen, dies geschehe durch Geheimdienste, würde einem wahrscheinlich  eine mehr oder minder ernst gemeinte Drohung mit der Zwangsjacke entgegnet.

Nun:

“CIA Invests In Firm That Datamines Social Networks”, Slashdot.
“Exclusive: U.S. Spies Buy Stake in Firm That Monitors Blogs, Tweets”, Wired.

Die US-Firma “Visible Technologies” beschäftigt sich mit genau solchen Sachen, und weil sie es offensichtlich so gut machen, investiert In-Q-Tel (“the investment arm of the CIA”, wie er in diesem Wired-Artikel genannt wird), gleich mal. Im Zentrum sollen natürlich ausländische User von Webseiten wie Twitter und YouTube, aber auch Blogs stehen. Auch wenn “geschlossene” Communities wie Facebook oder StudiVZ im deutschsprachigen Raum zur Zeit (noch) nicht betrachtet werden, wurde ja insbesondere an letzterem gezeigt, dass es eben doch nicht wirklich schwierig ist (Netzpolitik: Datenleck bei SchülerVZ, Netzpolitik-Interview: Sicherheit bei der VZ-Gruppe).

Im Auftrag der Firma “Hormel” werden im Übrigen Tierrechts-Aktivisten mit ebendieser Software überwacht. Etwas, was sich diverse Österreichische Politiker auch nur zu gern wünschen würden. Vielleicht käme man dann endlich auf irgendwelche belastenden Hinweise, die die monatelange U-Haft von Martin Balluch & Co rechtzufertigen.

The Dude Abides

©2007 Jude Buffum
©2007 Jude Buffum, mehr auf http://www.flickr.com/photos/judebuffum/

8-Bit-Art hat, insbesondere für mich als klassischen Old-School-Gamer, schon etwas faszinierendes an sich. Leider sind alle Lebowski-Motive schon ausverkauft!

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